Redaktionshinweis: Dieser Ratgeber wurde von der Redaktion bestehausverwaltung.com auf Basis öffentlich zugänglicher Daten erstellt: der CRES Verwalterentgelt-Studie 2025, Branchenberichten von VDIV und IVD sowie Google-Bewertungen (Stand: April 2026).
Auf einen Blick
- Die Kosten für eine WEG-Verwaltung liegen bei Neuverträgen zwischen 27,37 und 41,65 Euro brutto pro Einheit und Monat (CRES Verwalterentgelt-Studie 2025, ivd.net)
- Kleine WEGs zahlen pro Einheit deutlich mehr als große Gemeinschaften (25–40 € vs. 17–24 €)
- Sonderhonorare können die Basisgebühr um 30 bis 50 % erhöhen
- Sie sollten immer mehrere Angebote einholen und die Kosten sowie den Leistungsumfang genau vergleichen, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
Die Kosten für eine Hausverwaltung sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Zwischen 2010 und 2023 legten die Verwalterhonorare um 52 % zu, inflationsbereinigt um 22,6 % (CRES, ivd.net). Allein 2024 stiegen die Preise bei Neuverträgen um weitere 10,4 % (CRES, ivd.net). Für Eigentümer in einer Wohnungseigentümergemeinschaft stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Was ist angemessen, und wo lässt sich sparen, ohne auf Qualität zu verzichten? Dieser Ratgeber liefert aktuelle Zahlen, erklärt Kostentreiber und zeigt, worauf bei Vergleichsangeboten zu achten ist.
Was kostet eine WEG-Verwaltung pro Einheit?
Die Verwaltungskosten einer Wohnungseigentümergemeinschaft werden in der Regel als monatlicher Betrag pro Einheit angegeben. Die aktuelle CRES Verwalterentgelt-Studie 2025 (im Auftrag von BVI, IVD und DIA, ivd.net) nennt für Neuverträge einen Korridor von 27,37 bis 41,65 Euro brutto pro Einheit und Monat.
Die tatsächlichen Kosten hängen von mehreren Faktoren ab. Der wichtigste ist die Größe der WEG: Je mehr Einheiten, desto niedriger der Preis pro Einheit, weil sich der Grundaufwand auf mehr Eigentümer verteilt.
Bei sehr kleinen WEGs (2–5 Einheiten) setzen viele Verwaltungen statt einer Pro-Einheit-Abrechnung eine monatliche Mindestgebühr oder Pauschalgebühr an. Diese liegt je nach Anbieter zwischen 150 und 480 Euro monatlich, weil der Grundaufwand für Buchhaltung, Eigentümerversammlung und Kommunikation unabhängig von der Objektgröße nahezu gleich ist.
Für Garagen und Stellplätze fallen in der Regel geringere Verwaltungsgebühren an als für Wohneinheiten, da der Verwaltungsaufwand deutlich niedriger ist.
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?
Die Spanne zwischen 27 und 42 Euro pro Einheit ist groß. Woher kommt der Unterschied? Sechs Faktoren sind entscheidend.
Größe der WEG: Der wichtigste Kostentreiber. Kleine WEGs zahlen mehr pro Einheit, weil sich der Verwaltungsaufwand auf weniger Eigentümer verteilt. Für eine WEG mit 4 Einheiten bei 35 Euro pro Einheit fallen jährlich 1.680 Euro an. Eine WEG mit 40 Einheiten bei 25 Euro kommt auf 12.000 Euro. Der Aufwand für die Verwaltung ist in beiden Fällen vergleichbar.
Standort: In München, Frankfurt und Stuttgart liegen die Verwaltungskosten deutlich über dem Bundesdurchschnitt. In Leipzig, Essen oder Dortmund sind sie günstiger. Die Gründe: höhere Personalkosten in Ballungsräumen, ein angespannterer Handwerkermarkt und komplexere Gebäudestrukturen.
Detaillierte Vergleiche bieten unsere Stadtratgeber, etwa zu Hausverwaltungen in Berlin, München oder Hamburg.
Gebäudezustand: Ältere Gebäude mit Sanierungsstau verursachen mehr Verwaltungsaufwand als Neubauten. Häufige Schäden, laufende Bauprojekte und komplexe Versicherungsfälle binden Zeit und Ressourcen der Verwaltung.
Leistungsumfang: Was im Basishonorar enthalten ist, variiert von Anbieter zu Anbieter erheblich. Manche Verwaltungen inkludieren die jährliche Eigentümerversammlung, andere berechnen sie extra. Gleiches gilt für Bauüberwachung, Mahnwesen oder die Erstellung von Bescheinigungen.
Verwaltungsmodell: Die Kosten unterscheiden sich je nachdem, ob eine Vollverwaltung vor Ort, eine Fernverwaltung oder eine unterstützte Selbstverwaltung gewählt wird. Die Vollverwaltung ist das teuerste Modell, die Selbstverwaltung das günstigste.
Marktlage: 70 % der Hausverwaltungen berichten von Personalüberlastung, und 57 % haben bereits unrentable Mandate aufgegeben (VDIV Branchenbarometer 2025, vdiv.de). Der Fachkräftemangel treibt die Preise weiter nach oben. „Ohne angemessene Vergütung keine professionelle Dienstleistung", kommentiert der VDIV Deutschland (vdiv.de).
Sonderhonorare: Die versteckten Kosten
Ein häufiger Grund für Überraschungen bei der Hausverwaltung sind Sonderhonorare. Das sind Leistungen, die über das Basishonorar hinausgehen und separat berechnet werden. Insgesamt können sie die jährlichen Verwaltungskosten um 30 bis 50 % erhöhen.
Kosten für Mietverwaltung und Sondereigentumsverwaltung
Neben der WEG-Verwaltung gibt es zwei weitere Verwaltungsformen, die jeweils eigene Kostenstrukturen haben.
Wer eine Eigentumswohnung besitzt und vermietet, zahlt also in der Regel sowohl WEG-Verwaltungsgebühren (über das Hausgeld) als auch Mietverwaltungsgebühren (für die Betreuung des Mietverhältnisses). Die WEG-Verwaltungsgebühren sind nicht auf den Mieter umlagefähig. Einen ausführlichen Überblick bietet unser Ratgeber zu den Arten von Hausverwaltungen.
Wie lassen sich Verwaltungskosten senken?
Es gibt mehrere Ansatzpunkte, um die Kosten der Hausverwaltung zu reduzieren, ohne auf professionelle Betreuung zu verzichten.
Angebote vergleichen: Der naheliegendste Hebel. Wer mindestens drei Angebote einholt und vergleicht, kann nach einer Datenanalyse des Anbieters Matera im Schnitt 18 % einsparen (Hugo Lime, Head of Data, Matera). Wichtig ist, nicht nur den Basispreis zu vergleichen, sondern auch die Sonderhonorare.
Verwaltungsmodell anpassen: Nicht jede WEG braucht eine Vollverwaltung mit Vor-Ort-Präsenz. Für kleine oder unkomplizierte WEGs kann die Fernverwaltung oder die unterstützte Selbstverwaltung eine deutlich günstigere Alternative sein. Anbieter wie Matera bieten alle drei Modelle an und ermöglichen den Wechsel je nach Bedarf.
Verwaltervertrag prüfen: Viele WEGs zahlen für Leistungen, die sie nicht benötigen, oder akzeptieren hohe Sonderhonorare, weil der Vertrag nicht sorgfältig geprüft wurde. Die Eigentümerversammlung sollte vor der Verlängerung eines Verwaltervertrags den Leistungskatalog und die Kostenstruktur kritisch hinterfragen.
Selbstverwaltung als Sparmodell: Die unterstützte Selbstverwaltung spart im Schnitt 30 % gegenüber einer professionellen Vollverwaltung. Eigentümer verwalten die WEG selbst, unterstützt durch eine Plattform mit Buchhaltungstools, integriertem Zahlungskonto und Expertenzugang. Die Haftpflichtversicherung für den Verwaltungsbeirat ist bei Anbietern wie Matera enthalten. Allerdings erfordert dieses Modell Engagement und Grundkenntnisse im WEG-Recht. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Hausverwaltung für kleine WEGs.
Warum steigen die Kosten für Hausverwaltungen?
Die Kostensteigerungen der vergangenen Jahre haben strukturelle Ursachen. Drei Faktoren spielen die größte Rolle.
Fachkräftemangel: Die Branche verliert Mitarbeiter schneller, als sie neue gewinnen kann. 70 % der Verwaltungen melden Personalüberlastung (VDIV 2025, vdiv.de). Die Folge: Höhere Gehälter, die auf die Verwaltungshonorare umgelegt werden.
Wachsendes Aufgabenspektrum: Energetische Sanierungen, neue gesetzliche Anforderungen (Gebäudeenergiegesetz, WEG-Reform), Digitalisierung der Verwaltungsprozesse und steigende Anforderungen an die Buchhaltung erhöhen den Aufwand pro Mandat. „Diese moderaten Kostensteigerungen stehen in keinem Verhältnis zur Mehrbelastung der Verwalter durch Modernisierungsaufgaben", erklärt Prof. Dr. Marco Wölfle vom Center for Real Estate Studies (CRES, ivd.net).
Konsolidierung des Marktes: Rund 22.000 Hausverwaltungen sind in Deutschland aktiv, Tendenz sinkend (VDIV 2025, vdiv.de). 57 % haben bereits unrentable Mandate aufgegeben. Weniger Anbieter bedeuten weniger Wettbewerb und damit höhere Preise, insbesondere für kleine WEGs.
Hausverwaltung Kosten im Verwaltervertrag: Worauf achten?
Der Verwaltervertrag regelt, welche Leistungen in der Basisgebühr enthalten sind und welche Sonderhonorare anfallen. Folgende Punkte sollten Eigentümer vor der Unterzeichnung prüfen:
Fazit
Die Kosten für eine Hausverwaltung liegen bei Neuverträgen zwischen 27 und 42 Euro brutto pro Einheit und Monat (CRES 2025). Entscheidend sind die Größe der WEG, der Standort und der Leistungsumfang. Sonderhonorare können die Gesamtkosten um bis zu 50 % erhöhen, weshalb sich ein genauer Blick in den Verwaltervertrag lohnt. Wer aktiv Angebote vergleicht und das passende Verwaltungsmodell wählt, kann die Kosten deutlich senken. Einen umfassenden Überblick über Hausverwaltungen bietet unser Vergleich der besten Hausverwaltungen in Deutschland.
FAQ: Häufige Fragen zu Hausverwaltung Kosten
Was kostet eine Hausverwaltung pro Einheit im Monat?
Bei Neuverträgen liegen die Kosten für eine WEG-Verwaltung zwischen 27,37 und 41,65 Euro brutto pro Einheit und Monat (CRES Verwalterentgelt-Studie 2025, ivd.net). Kleine WEGs mit bis zu 10 Einheiten zahlen tendenziell 25 bis 40 Euro netto, große WEGs mit über 80 Einheiten 17 bis 24 Euro netto pro Einheit.
Sind die Kosten der Hausverwaltung auf den Mieter umlegbar?
Nein, die Verwaltungsgebühren einer WEG-Verwaltung sind nicht auf den Mieter umlagefähig. Sie werden über das Hausgeld vom Eigentümer getragen. Auch die Zuführung zur Erhaltungsrücklage ist nicht umlegbar. Nur die Betriebskosten (Wasser, Müll, Versicherung, Heizung etc.) können als Nebenkosten an den Mieter weitergegeben werden.
Was ist im Basishonorar einer Hausverwaltung enthalten?
In der Regel umfasst das Basishonorar die Erstellung des Wirtschaftsplans, die Jahresabrechnung, die laufende Buchhaltung, die Organisation einer jährlichen Eigentümerversammlung und die Kommunikation mit Eigentümern und Dienstleistern. Außerordentliche Eigentümerversammlungen, Bauüberwachung und Mahnverfahren werden von den meisten Verwaltungen als Sonderhonorare berechnet.
Warum sind Hausverwaltungskosten in den letzten Jahren gestiegen?
Die Hauptgründe sind Fachkräftemangel in der Branche (70 % der Verwaltungen melden Personalüberlastung, VDIV 2025), ein wachsendes Aufgabenspektrum (Energieberatung, Digitalisierung, neue gesetzliche Anforderungen) und die Konsolidierung des Marktes (weniger Anbieter, weniger Wettbewerb). Zwischen 2010 und 2023 stiegen die Honorare um 52 % nominal (CRES, ivd.net).
Wie kann ich bei der Hausverwaltung Kosten sparen?
Drei Ansätze: Erstens, mindestens drei Angebote vergleichen (Ø 18 % Ersparnis bei aktivem Vergleich). Zweitens, das Verwaltungsmodell anpassen (Fernverwaltung oder unterstützte Selbstverwaltung statt Vollverwaltung). Drittens, den Verwaltervertrag auf Sonderhonorare prüfen und unnötige Zusatzleistungen streichen.
Was kostet die Selbstverwaltung einer WEG?
Die Selbstverwaltung ohne professionelle Unterstützung kostet keine Verwaltungsgebühren. Allerdings fallen weiterhin Betriebskosten, Versicherungsprämien und ggf. Software-Kosten an. Die unterstützte Selbstverwaltung über einen Anbieter wie Matera kostet deutlich weniger als eine Vollverwaltung und bietet Buchhaltungstools, ein Zahlungskonto und Zugang zu Rechts- und Buchhaltungsexperten. Die Selbstverwaltung spart im Schnitt rund 30 % gegenüber der professionellen Verwaltung.
Ab wann lohnt sich ein Wechsel der Hausverwaltung wegen zu hoher Kosten?
Ein Wechsel lohnt sich, wenn die Kosten deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen, die Qualität nicht stimmt (z.B. verspätete Abrechnungen, schlechte Erreichbarkeit) oder hohe Sonderhonorare die Gesamtkosten unverhältnismäßig erhöhen. Seit der WEG-Reform 2020 kann der Verwalter jederzeit mit einfacher Mehrheit abberufen werden (§26 Abs. 3 WEG). Einen Überblick über die Suche nach einer neuen Verwaltung bietet unser Ratgeber Hausverwaltung in der Nähe finden.

